Halbe Nacht. Mit den Dolchen des Traumes geheftet in spruhende Augen.
Schrei nicht vor Schmerz: wie Tucher flattern die Wolken.
Ein seidener Teppich, so ward sie gespannt zischen uns, dass getanzt sei von Dunkel zu Dunkel.
Die schwarze Flote schnitzten sie uns aus lebendigem Holz, und die Tanzerin kommt nun.
Aus Meerschaum gesponnene Finger taucht sieins Aug uns:
Eines will hier noch weinen?
Keines. So wirbelt sie selig dahin, und die feurige Pauke wird laut.
Ringe wirft sie uns zu, wir fangen sie auf mit den Dolchen.
Vermahlt sie uns so? Wie Scherben erklingts, und ich weiss es nun wieder:
Du starbst nicht
Den malvenfarbenen Tod.
Paul Celan, Halbe Nacht